Regionalgruppe Vogtland

Windenergie kontra Artenschutz?

Ein Milan fliegt über einem Windradflügel und kommt ihm bedrohlich nahe. Windräder können Greifvögel gefährden  (© Andreas Röhr)

Als Umwelt- und Naturschutzverband bekennt sich der BUND deutschlandweit ausdrücklich zu einer zukunftsfähigen Energiepolitik. Hierzu gehören der weitere Ausbau erneuerbarer Energien, gleichzeitig aber auch Fragen der Einsparung und Energieeffizienz.

Beim notwendigen Ausbau Erneuerbarer Energien müssen Konflikte mit anderen umweltrelevanten Schutzgütern minimiert werden. Der Erhalt der biologischen Vielfalt und wertvoller Kulturlandschaften sind Belange, die in der ländlichen Grenzregion zwischen Sachsen, Bayern und Thüringen mit ihrer vielfältigen Landschaft eine besondere Rolle spielen. Hier finden sich Schwerpunktgebiete des Arten- und Biotopschutzes von überregionaler Bedeutung und Hauptkorridore für den Aufbau eines großräumigen, bundesweiten Lebensraumverbundes. Die Absicht, gerade in diesen besonders naturschutzrelevanten Gebieten, die in Fach- und Raumordnungsplänen bislang entsprechend festgesetzt waren, nunmehr konzentriert neue Windkraftstandorte festzulegen, wird aus Sicht der BUND-Regionalgruppe Vogtland äußerst kritisch gesehen. Durch diese Vorhaben ist auch das seit Jahren mit großem Engagement verfolgte, durch das Bundesumweltministerium geförderte Projekt des BUND „Wildkatzensprung“ betroffen, mit dem ein länderübergreifendes Lebensraumnetz für die Wildkatze und sonstige an Wälder und strukturreiche Landschaften gebundene Arten aufgebaut werden soll.

Die BUND-Regionalgruppe Vogtland setzt sich dafür ein, dass überregional bedeutsame Lebensräume und Lebensraumkorridore, wie sie nicht nur im Oberen Vogtland, sondern gerade auch im Mittelvogtländischen Kuppenland, sächsisch-bayerischen sowie sächsisch-thüringischen Grenzbereich noch zu finden sind, uneingeschränkt im Sinne des Naturschutzes entwickelt werden. Vorhaben wie der Windkraftausbau oder die in Planung befindliche Gleichstromtrasse sind hier nicht verträglich einzuordnen. Durch Ausweisung als Schutzgebiete, wie ursprünglich bereits vorgesehen, sollten diese wichtigen Areale dauerhaft naturschutzrechtlich geschützt werden und damit zugleich als naturnahe Erholungs- und Erlebnisräume bewahrt werden.

Leitmotiv sollten die Worte von Prof. Dr. Michael Succow, dem Mitbegründer des Nationalparkprogramms im Osten Deutschlands sein:

 „Fortschritt kann nur das sein, was von der Natur mitgetragen wird.“   

Der Windpark bei Töpen, vom Plauener Kemmler aus gesehen. Blick vom Plauener Kemmlerturm zum Windpark Töpen in Bayern  (© Andreas Röhr)

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