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Regionalgruppe Vogtland

Getrenntes verbinden

Luftbild des Grünen Bandes am Müßgraben zwischen Thüringen und Bayern  (© Klaus Leidorf / CC BY-SA 3.0 de )

Einst hatte der innerdeutsche Grenzstreifen die Funktion, die beiden Fronten des weltweiten Kalten Krieges voneinander zu trennen. Seit 1990 entwickelt er sich mehr und mehr zu einem verbindenden Element - und zwar für die bedrohte Natur.

Neben den Initiatoren des BUND Naturschutz Bayern, darunter Kai Frobel, engagierte sich im sächsischen Bereich unmittelbar nach der Wiedervereinigung besonders der NABU-Regionalverband Elstertal unter Leitung von Hellmut Naderer für den Erhalt des ehemaligen Grenzstreifens als Naturschutzgebiet - mit Erfolg.

Nach vorläufiger Sicherung 1990 und vielfältigen Bemühungen der Naturschützer in den Folgejahren wurde der gesamte sächsische Abschnitt des Grünen Bandes 2011 endgültig zum Schutzgebiet deklariert. Im Jahr 2000 sind 260 ha und in 2010 noch einmal 180 ha bundeseigener Fläche in den Besitz des Vogtlandkreises übergegangen. Damit liegt das längste zusammenhängende Stück des gesamten Grünen Bandes bei uns im Vogtland und steht als FFH-Gebiet „Grünes Band Sachsen/Bayern“ unter europäischem Schutz. Eine Übersichtskarte des Gebietes kann man sich hier herunterladen.
Der Naturfotograf Andreas Kieling ist das Grüne Band abgewandert und hat eine sehenswerte Dokumentation darüber veröffentlicht.

Vorläufiger Höhepunkt in der Erfolgsgeschichte des Grünen Bandes war die Verleihung des Deutschen Umweltpreises an den BUND und die Initiatoren und Förderer des Projektes: Inge Sielmann, Kai Frobel und Hubert Weiger.

Alles Friede, Freude, Eierkuchen?

Keineswegs.

Der intakte Flächenverbund im weiteren Verlauf des ehemaligen Grenzstreifens Richtung Norden ist nach wie vor ein drängendes Thema. Groß sind die Lücken, die Wiedereinrichter und Straßenbauer in den Korridor geschnitten haben. Viel Ausdauer, Überzeugungskraft und Geld wird benötigt, sie zu schließen. Dazu kommt: Kommunen sehen sich in prekärer Haushaltslage gezwungen, ihren Anteil am Grünen Band an private Investoren zu verkaufen. Hier muss der BUND einspringen! Daran beteiligen sich auch BUND-Mitglieder aus dem Vogtland mit Geldspenden, dem Verschenken symbolischer Anteile  oder der  Übernahme von Patenschaften - und jeder kann mitmachen.

Problematisch erscheint überdies die Errichtung von Windparks unmittelbar neben dem Schutzgebiet, wie sie im Landkreis Hof erfolgte.
Auch sonst - und direkt vor unserer Haustür - gibt es noch viel zu tun. Es gilt, bestehende Naturschutzinseln mit dem Grünen Band und mit dem ähnlich ambitionierten Projekt "Rettungsnetz Wildkatze" zu verknüpfen. Für alle, die sich dazu Gedanken machen wollen: Der BUND erarbeitet gerade ein "Handbuch Biotopverbund", welches nach Fertigstellung Ideen und Strategien zu diesem Thema liefern wird. 

Lesenswert!

Weiß eigentlich noch jemand, wie die innerdeutsche Grenze gegliedert und abgesichert war? Sperrzone, Kolonnenweg, Spurensicherungsstreifen, Kfz-Sperrgraben, Minen usw.? Diese "Grundlage" des Grünen Bandes ist in ihrem Werdegang sehr anschaulich in der Publikation "Spurensuche am Grünen Band" beschrieben, welche elektronisch oder gedruckt beim BUND erhältlich ist.

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