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Regionalgruppe Vogtland

Sinfonie mit Misstönen

18. März 2019 | Lebensräume, Naturschutz

Mit dem Slogan "Sinfonie der Natur" wirbt das Vogtland um Gäste und preist damit seine vielfältige Landschaft an. Doch dieses schöne Bild hat Kratzer bekommen.

Das war einmal eine Streuobstwiese. (© Ute Lange)

Was ist nur los im Vogtland?

Am Auerbacher Maschinenteich werden geschützte Bäume "versehentlich" gefällt, ein Plauener Bürger berichtet von verbotenem Kahlschlag an einer Wallhecke bei Reusa, in Triebel wehrt sich der Gemeinderat vehement gegen die Aufwertung eines Landschaftsschutzgebietes (möchte dessen Befürworter am liebsten "an die Wand stellen") - und die Einrichtung des Naturschutzgebietes im Elstertal nördlich von Plauen wird nach Kräften behindert.

Besonders krass zeigte sich diese Tendenz soeben bei Rodersdorf: Dort wurde in den vergangenen Tagen ein ganzes Biotop vernichtet!
Bei dieser illegalen Aktion sind eine Streuobstwiese, gesunde alte Eichen, Weiden und mehrere Erlen entlang des Schönlinder Burgbaches abgeholzt worden.

Hier  stand  einst  eine  Mühle. Die alte Obstwiese war der  letzte sichtbare Zeuge, der von der Geschichte dieses Ortes berichtete und Wanderer mit seiner Ausstrahlung verzauberte. Nun ist davon nur noch ein riesiger Stapel Brennholz übrig.

Nahe des Goldbaches hat die Bürgerinitiative gegen Gesteinsabbau eine neue Streuobstwiese angelegt - und ein Tal weiter wird ein uralter Obstbaumbestand einfach so ruiniert. Ist das nicht schizophren?
Dass ab März bis September so etwas generell verboten ist, hat den Verursacher offenbar genau so wenig gestört wie die Tatsache, dass Streuobstwiesen unter besonderem Schutz stehen.
Ach - die Erlen am Bach gehören zu einem FFH-Gebiet? Mir doch egal. Weg damit!

Naturliebhaber und Naturschützer aus Rodersdorf und Umgebung sind entsetzt, wie hier mit ihrer schönen Landschaft umgesprungen wurde. Ein Refugium für Insekten, Fledermäuse und Vögel wurde zerstört. Wenn dieses Beispiel Schule macht, bleibt von der "Sinfonie der Natur" im Vogtland nur noch ein einziger Missklang übrig.

Wir als BUND-Regionalgruppe wollen dem nicht tatenlos zusehen. Wir haben den Frevel bei der Naturschutzbehörde des Vogtlandkreises angezeigt. Und wir verlangen Aufklärung über den Verursacher und Wiedergutmachung des angerichteten Schadens gemäß §19 des Bundesnaturschutzgesetzes!

 

 

 

 

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