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Regionalgruppe Vogtland

Wo bleibt der elektrifizierte Fernverkehr?

Nostalgie statt Strategie (© Andreas Röhr)

Die direkte Bahnverbindung von Leipzig über Plauen nach Hof ließ sich das Königreich Sachsen einiges kosten. Immerhin mussten dafür die beiden größten Ziegelsteinbrücken der Welt gebaut und finanziert werden. Das ist nun 166 Jahre her. Die Elektrifizierung der Strecke Leipzig-Reichenbach durch die DDR-Reichsbahn wurde vor 54 Jahren abgeschlossen. Vor 4 Jahren stand auch das letzte Teilstück bis Hof unter Strom. Etwa gleichzeitig war der unterirdische Anschluss des Bayerischen Bahnhofs an den Hauptbahnhof in Leipzig  - ebenfalls elektrifiziert - für den Preis von knapp 1 Mrd. Euro fertiggestellt worden.

In Verbindung mit der Sanierung der doppelgleisigen Strecke und deren Ausbau für höhere Geschwindigkeiten steht damit eine leistungsfähige Bahn-Infrastruktur für den Fernverkehr zur Verfügung.

Und nun? Gut festhalten!

Die schnellste, preiswerteste und obendrein einzig umsteigefreie Bahnverbindung von Hof nach Leipzig wird von einem Dieseltriebzug über Mehltheuer-Zeulenroda-Gera-Zeitz mit 24 Unterwegshalten (davon 7 Bedarfshalten) gefahren!

Solche lächerlichen Blüten treibt die in Deutschland betriebene Kleinstaaterei im Verkehrswesen. Der Reisende wird zum Narren gehalten und die Steuergelder verpuffen - im wahrsten Sinne des Wortes.

Warum Busse?

Bier ist gesünder als Diesel. (© Andreas Röhr)

Seit 2007 werden im Abendverkehr die Plauener Straßenbahnlinien mit dieselbetriebenen Bussen bedient. Dafür werden Kostengründe angeführt, weil die Fahrgastzahlen zu gering seien.

Das kann man hinterfragen. Die Gleise liegen, der Wagenpark ist vorhanden, Strom steht zur Verfügung. Warum muss man zusätzliche Busse anschaffen und unter der Oberleitung fahren lassen? Ob der Fahrzeugführer ein Busfahrer oder ein Straßenbahnfahrer ist, sollte doch kostenseitig nicht relevant sein.

Über alle Kanäle wird Elektromobilität gepredigt - und dort, wo entsprechende Voraussetzungen bereits gegeben sind, bleiben sie ungenutzt und es werden stattdessen Verbrennungsmotoren eingesetzt.

Wie will man auf diese Weise die Klimaschutzziele des Pariser Abkommens erreichen?

Beispiel

Von Hof nach Leipzig (© Deutsche Bahn AG)

Ein Routenplaner für Autofahrer gibt für dieselbe Strecke eine Fahrzeit von 1 3/4 h und Benzinkosten von 14.- € an. Wer nicht mit dem Klammerbeutel gepudert ist, nimmt natürlich das Auto.

So ist die Lage. Raten Sie doch mal, welche Lobby den Bundesverkehrsminister bisher am meisten inspiriert hat...

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