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Regionalgruppe Vogtland

Hotelzimmer kostenlos vermieten?

19. Juni 2019 | Lebensräume, Wildbienen

Hotelzimmer kostenlos zu vermieten, macht auf den ersten Blick überhaupt keinen Sinn. Das schmälert den Gewinn, bremst Wachstum und lockt nur Schmarotzer an.

Wildbienenhotel auf Balkonien (© Andreas Röhr)

Fast richtig! Aber eben nur fast. Selbst wenn wir das kapitalistische Wirtschaftsmodell als das Nonplusultra allen Seins zur Grundlage nehmen und eine rein ökonomische Bilanz aufstellen würden: Die Vernichtung der Lebensräume unserer Mitgeschöpfe aus dem Reich der Insekten bringt so viel Schaden für alle, dass er mit dem wachsenden monetären Ertrag der industrialisierten Landwirtschaft niemals aufgewogen werden kann.

Sogar auf einem kleinen Balkon, besser noch im eigenen Garten, kann man gegensteuern. Die Aufmerksamkeit muss sich dabei in allererster Linie auf die Wiederherstellung natürlicher Biotope richten. Wer die Insekten im Blick hat, wird wissen, dass sie ohne Blütenpollen und Nektar nicht existieren können. Die neueste Zuchtrose ist sicher ein Augenschmaus - für Wildbiene Maya aber kulinarisch uninteressant. Warum den Garten oder Balkon nicht so gestalten, dass beide - Mensch und Insekt - ihre Freude daran haben? Wenn man es schafft, kleine Inseln einheimischer Blütenstauden so zu kultivieren, dass während der gesamten Vegetationsperiode immer irgendwas blüht, was Pollen und Nektar liefert - dann kann man dort auch getrost ein Hotel für Wildbienen eröffnen.

Hierfür gibt es viele Möglichkeiten. Eine davon ist das Aufstapeln duchgesägter Strangfalzziegel, auch als Biberschwänze bekannt. Wie das geht und was man dabei beachten muss, haben wir in einem Informationsblatt zusammengestellt. Man kann mit dieser Konstruktion zwar nur einem kleinen Teil unserer Wildbienen einen Gefallen tun. Doch wenn du dabei beobachtest, wie sie dein Angebot für eine Kinderstube bereitwillig annehmen und ihre Wohnung nach Fertigstellung mit einer Tür vor dir (und anderen) verschließen, hast du schon etwas erlebt, was viele nicht kennen. Und solltest du Obstbäume in der unmittelbaren Umgebung besitzen, dann liefern dir "deine" Bienen im folgenden Frühjahr sogar einen greifbaren Mehrwert!

Mit Biberschwänzen eingedeckte Häuser waren schon seit jeher Brutplätze für Wildbienen. Wenn man aber nicht sein ganzes Dach damit bestücken will, sondern nur einzelne Ziegel für den Bau einer Nisthilfe braucht, hat man ein Problem - spätestens dann, wenn man mit diesem Wunsch bei einem Baustoffhändler aufkreuzt.
Wir haben daher eine ganze Palette dieser Ziegel für unseren Verein beschafft und geben sie zum Einkaufspreis von 2,50 € je Stück an Interessenten weiter. Der Vorrat lagert zum Verkauf im Pfaffengut Plauen. Auf Anfrage werden die Ziegel dort auch mit einem Trennschleifer halbiert.
Zum "Tag der Schmetterlingswiesen" am 22.06. an den Seehausgaragen werden wir ebenfalls einige Exemplare dabeihaben.

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