Regionalgruppe Vogtland

Endspurt für das NSG "Elstersteilhänge"

24. Oktober 2020 | Naturschutz, Lebensräume

"Zum Schutz der vielfältigen Natur und Erhalt der Flusslandschaft 'Weiße Elster' als wichtiger Erholungsraum im Vogtlandkreis fordern wir:

NSG Elstersteilhänge  (© Andreas Röhr/MagicMaps)

1. den zügigen Abschluss des Verfahrens zur Ausweisung des Naturschutzgebietes 'Elstersteilhänge' für die Bewahrung des felsigen Durchbruchtales mit der Vielfalt hier vorkommender Arten, darunter Relikte der nacheiszeitlichen Flora und Fauna sowie zahlreiche wärmeliebende Arten, als eines der naturschutzfachlich wertvollsten und landschaftlich attraktivsten Abschnitte des gesamten Elstertales"

So war es in der gemeinsamen Erklärung der Naturschutzverbände des Vogtlandes zur "Flusslandschaft des Jahres 2020/2021" vom 22.06.2020 zu lesen.

Vier Monate später können wir konstatieren: Es ist fast geschafft. Die öffentliche Auslegungsfrist der Verordnung ist abgelaufen, ohne dass von weiteren ernsthaften Einwendungen gegen das Vorhaben berichtet wurde. Wir können erwarten, dass nach den vielen Jahren der Vorbereitung der Landrat des Vogtlandkreises das Verfahren nun rasch abschließen wird, hat er doch in seinem Antwortschreiben auf unsere Erklärung versichert, voll und ganz hinter der EU-Biodiversitätsstrategie 2030 zu stehen. Diese fordert u. a. auch verstärkte Anstrengungen bei der Ausweisung streng geschützter Gebiete.

Nebenstehende Abbildung zeigt schematisch den Umfang des neuen Naturschutzgebietes, welches mehrere bereits bestehende Schutzgebiete unter einer einheitlichen Verordnung zusammenfassen wird.

Wer sich die öffentlich ausgelegten Detailkarten angeschaut hat, wird auch mehrere Totalreservate im Bereich des Steinicht sowie unterhalb des Pfaffengutes und in der Vogtländischen Schweiz bemerkt haben. Diese Gebiete waren auch bisher schon nahezu unzugänglich, genießen aber nun zusätzlich einen entsprechenden gesetzlichen Schutz. Scheue Arten, die für ihr Überleben ungestörte Rückzugsräume und Nistgelegenheiten benötigen, könnten davon profitieren.

Die Übersichtskarte zeigt, dass mit der Einrichtung dieses Schutzgebietes ein Naturraum bewahrt wird, der große und zusammenhängende Biotope ganz unterschiedlicher Ausprägungen für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten anbietet. In der Schutzgebietsverordnung sind insgesamt 16 verschiedene Lebensraumtypen - vom Basophilen Pionierrasen bis zu Schlucht- und Hangmischwäldern - aufgeführt.  Dort können vom Ameisenbläuling bis zur Wildkatze eine große Zahl schützenswerter Tiere und zahlreiche seltene Pflanzen leben.
Damit ist zum einen das Potential vorhanden, dem aktuell beobachteten Artensterben entgegenzuwirken. Zum anderen wird der Vogtländer die Gelegenheit erhalten, ursprüngliche und unverbaute Natur unmittelbar in seiner alltäglichen Lebensumgebung kennenzulernen und damit ein Privileg zu genießen, wofür andere Leute weite Reisen in Kauf nehmen müssen.

Hoffen wir auf eine gedeihliche Partnerschaft von Mensch, Pflanze und Tier im Elstertal nördlich von Plauen!

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